Letzten Sonntag stand für mich das erste große Rennen der Saison auf dem Plan, der Ironman 70.3 in St. Pölten. Ich hatte große Erwartungen an mich und an die Veranstaltung, denn nicht zuletzt liegt St. Pölten im Heimatland des Triathlon, in Austria (hoho). Zum anderen freute ich mich, dass ich zu meinen Wurzeln der Leidenschaft für den Ausdauersport zurückkehrte. Rings um St. Pölten habe ich so viele schöne Erinnerungen an meinen Donaulauf 2005, als ich von Ulm nach Budapest mit meinem selbst gebastelten Laufanhänger gerannt bin. Als wir Donnerstags schon angereist sind und Samstags dann auch die Radstrecke besichtigt haben, sah ich dann wirklich zwei Schlafplätze, wo ich damals mein Nachtquartier im Felde aufgeschlagen habe und meinen lieb gewonnen Donauradweg auf dem ich 20 Tage verbracht hatte…. „ach war des scheeh!“

Nun aber zurück zum Wettkampferlebnis. Neben der wunderschönen Radstrecke durch die Wachau hat dieses Rennen noch ein weiteres highlight zu bieten, nämlich, dass die 1,9km lange Schwimmstrecke in zwei Seen mit 300m Landgang statt findet.

Gleich beim Schwimmstart wurde mir deutlich gemacht warum dieser Sport Triathlon heisst, weil man eben erst einmal zu dritt übereinander los schwimmt… Zum Glück war ich in der Mitte und nicht der Arme unter uns anderen zwei. Doch das Feld sortierte sich dann schnell und es wurde ein angenehmes Schwimmen mit einer für mich recht ordentlichen Leistung. Jetzt  folgten 25 flache Kilometer auf der Autobahn mit dem Rad. Da hieß es alle Pferde ruhig zu halten und sich nicht jetzt schon platt zu fahren. Wir fanden uns zu einer gut funktionierenden und Windschatten fair fahrenden 3-4 köpfigen Gruppe zusammen. Selbst am ersten steilen Berg zwischen km 25 und 28 blieben wir zusammen.

 

Das war auch gut so, denn so hatten wir uns wieder zum einen zum pushen und zum anderen um kontrolliert nicht zu überpacen auf den wiederum topfebenen nächsten 25 km in der Wachau der Donau entlang. Dann kam die Stunde der Wahrheit. Wer hat sich übernommen, wer würde nun am 8km langen Berg die Segel streichen müssen. Ich verpflegte mich die ganze Radstrecke über optimal und ich fuhr nicht über meinem Limit, so lief für mich der Berg sehr, sehr gut und ich konnte meine Kollegen aus unsere Gruppe stehen lassen. Auf den restlichen Kilometer hieß es dann noch ein paar Profis einzusammeln die allesamt 5min vor mir starteten.

Dann ein Bild wie ich mir es eigentlich nur erträumt habe, als ich in die zweite Wechselzone kam. Sie war nahezu leer… OK, da wusste ich dass ich gut im Rennen liegen würde und stürmte aus dem Wechselzelt durch die  Eventarena, die das Zentrum der Laufstrecke darstellte (5 mal war diese zu durchlaufen). Die Stimmung war riesig und beflügelte mich weiter. Nach und nach arbeitete ich mich nach vorne und spielte meine Laufstärke aus. Mit einer 1:13h für den abschließenden Halbmarathon bin ich sehr zu frieden. Naja… ehrlich gesagt, ich denke eher, dass das so um die 20,0-20,5km waren… Denn vom Gefühl her lief ich eine 1:15h oder 1:16h.

Die 4stündige Schinderei zahlte sich dann mit einem 13ten Gesamtrang aus. Mit diesem Ergebnis im Hinterkopf kann ich mich jetzt noch einmal beruhigt und konzentriert auf meinen ersten „ganzen“ Ironman in Klagenfurt vorbereiten, wo ich dann wieder als „Pro-hunter“ unterwegs sein will….Bis dahin Euer Stefan

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