Diäten nur selten von langfristigem Erfolg gekrönt

Für die Studie wurden 939 Frauen im Alter ab 14 Jahren nach ihrem Diätverhalten befragt. Dabei stellte sich heraus, dass nur 251 Frauen durch die Diät langfristig abgenommen haben, ein Großteil konnte keinen Effekt feststellen. Für 218 Teilnehmerinnen hatte die Diät sogar einen negativen Effekt: Ein Jahr nach dem Abnehmversuch wogen sie mehr als zuvor. Für Experten ist das Studienergebnis keine Überraschung. Seit Jahren stellen sie die Wirkung der Trenddiäten in Frage und zweifeln an deren Seriosität. Besonders die Wirkungsmechanismen geben Anlass zur Kritik.

„Friss die Hälfte“-Diät
Viele Diäten entbehren wissenschaftlicher Grundlagen. (Bild: The Photos – Fotolia.com)

Es sei nicht normal, wenn man innerhalb einer Woche drei Kilogramm abnimmt. Ernährungswissenschaftler empfehlen bei einer Diät nämlich lediglich eine Gewichtsreduktion von 500 Gramm pro Woche. Denn nur so könne sich der Körper auf die neuen Gegebenheiten einstellen und den Stoffwechsel anpassen.

Trenddiäten setzen auf Mangelernährung

„Die negative Energiebilanz ist das A und O fürs Abnehmen. Man muss also mehr Kalorien verbrauchen, als man zu sich nimmt. Darauf basieren alle Diäten, egal wie sie sich nennen“, erklärt Professorin Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Ein weiteres Problem sind die Lebensmittel, die bei den Trenddiäten verwendet werden. Kürbis-, Apfel- oder Sauerkrautdiät legen den Schwerpunkt auf eine Nahrung, die wenig Kalorien enthält und trotzdem satt macht. Und trotzdem erleben die meisten Teilnehmerinnen den berühmten Jojo-Effekt, bei dem der Körper nach der Diät sein Ausgangsgewicht erreicht.

joggende Frau
Nur eine negative Energiebilanz führt zur Gewichtsabnahme. (Bild: fotolia.de/Warren Goldwain)

„Mittel- bis langfristig bewirken jedoch alle zeitlich begrenzten „Schlankheitskuren“ aufgrund des künstlich erzeugten Mangels das Gegenteil: Sie machen dicker“, sagt der Auftraggeber der Studie Uwe Knop. Während einer strengen Diät gaukele man dem Körper vor, dass es nur wenig Essen gibt.

Der Körper reagiert auf diese Eingabe und fährt den benötigten Grundumsatz runter. Er läuft quasi auf Sparflamme. Sobald man die Diät aber beendet, wird nach mehr Energiezufuhr verlangt und der erwähnte Jojo-Effekt setzt ein. Ein Teufelskreis, aus dem man nur mit einer langfristig angelegten Diät entfliehen kann.

Kurzfristige Erfolge sind nicht das Ziel

Das Ergebnis der neuen Studie lautet also folgendermaßen: Trenddiäten, die mit extremen Maßnahmen eine schnelle Gewichtsreduktion versprechen, sind für eine langfristige Gewichtsreduktion nicht zu gebrauchen. Sie entbehren meist jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und versprechen nicht zu erreichende oder zumindest auf Dauer nicht zu haltende Erfolge. Personen, die ihr Körpergewicht reduzieren wollen, sollten die Finger von allzu radikalen Diäten lassen und auf gesunde Weise darauf achten, eine negative Energiebilanz zu erreichen.

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