Bouldern vs. Klettern

Im Unterschied zum Klettern, wo sich Sportler grundsätzlich nach oben bewegen, wird Bouldern gewöhnlich als „Klettern in Absprunghöhe” bezeichnet. Während natürliche Felsen unterschiedlich hoch sein können, gibt es beim Bouldern in Hallen kaum Kletterrouten über fünf Meter. Auch die Länge der Kletterroute unterscheidet sich maßgeblich: Beim Bouldern sind es kurze und sehr komplizierte Routen, wohingegen gewöhnliche Kletterrouten eher auf die Strecke der zurückgelegten Höhe abzielen.

Voraussetzung zum Trendsport Bouldern:

  • Erfahrungen im Klettern
  • gute Koordinationsfähigkeit
  • hohe Körperkraft durch Krafttraining
  • hohe Körperspannung
  • trainierte Finger
  • Kenntnisse der richtigen Technik
Bouldern - Klettern am Felsen
Beim Bouldern zählt nicht allein der Aufstieg in die Höhe. (Bild: Romary/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Schwierigkeitsstufen

Wer glaubt Bouldern sei eine völlig neue Sportart, der irrt sich. Bereits seit 1970 ist Bouldern, zu deutsch Felsblock, eine eigene Disziplin und erlebt seit 1990 eine rasche Weiterentwicklung. Neben natürlichen Boulderbereichen wie Fontainebleau in Frankreich, welches als ältestes Bouldergebiet der Welt gilt, bieten inzwischen zahlreiche Kletterhallen Boulderbereiche an, die mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen versehen sind. Mithilfe des Bewertungssystems für die Schwierigkeit des jeweiligen Boulderbereichs sind gerade Anfänger gut beraten. Die verbreitetste Variante ist die französische Fontainebleau-Skala (Fb-Skala), die sich von der amerikanischen B-Skala unterscheidet.

Laut Fb-Skala bedeutet:

  • sehr leicht: 3a bis 3c+
  • leicht: 4a bis 4b+
  • mittel: 5a bis 5c+
  • schwierig: 6a bis 6b+
  • sehr schwierig: 6c bis 7b+
  • extrem schwierig:  ab 7b+

Allerdings unterliegen die Schwierigkeitsgrade einem ständigen Wechsel. Regelmäßig werden die Werte der Fb-Skala abgewertet oder erweitert.

Bouldern am künstlichen Felsen

Speziell Anfänger beginnen mit dem Bouldern in Kletterhallen und sind bereits erfahrene Kletterer mit Sicherheitsgurt und Sicherheitsseilen. Um die Schwierigkeitsstufe zu erhöhen, wurden bisher viele Kletterhallen so verändert, dass sie einem natürlichen Felsvorsprung (Boulder Nature) ähneln. Mithilfe von verschiedenen Grifffarben oder Farbkarten erfolgt die Bewertung der unterschiedlichen Routen. Im Unterschied zum natürlichen Bouldern am Felsen sind die Start- und Endgriffe am künstlichen Felsen gekennzeichnet:

  • R (rechts)
  • L (links)
  • T (Top)

Das Kletterproblem gilt dann als erfolgreich gelöst, wenn der Boulderer beide Hände am Top-Griff hat. Um die Sicherheit der Sportler zu gewährleisten, liegen weiche Matten am Boden. Diese werden in der Fachsprache als Bouldermatte oder Crashpad bezeichnet.

Bouldern am Fels

Das Bouldern in der Kletterhalle ist die beste Vorbereitung zum Bouldern im Freien, denn dies erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung. Im Gegensatz zum Bouldern in der Halle werden am natürlichen Felsen Felsspalten oder kleine Felsvorsprünge als Griffe genutzt, um den Fels schließlich zu erklimmen. Gerade am Anfang sollte die normale Absprunghöhe nicht überschritten werden. Dabei kommt der Begriff Highball zum Einsatz: Ein Highball wird dann ein Boulderer genannt, der sich nicht mehr in Absprunghöhe befindet und der Übergang zum gefährlichen Solo-Klettern fließend ist.

Ausrüstung zum Bouldern

  • Kletterschuhe
  • Magnesiasack
  • Bouldermatte
  • Bürsten zur Griffreinigung
  • Tapeverband bei kleinen Verletzungen
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