Pfunde purzeln lassen mit virtueller Hilfe

Das Forschungsteam der University of South Carolina’s Arnold School of Public Health um die Wissenschaftlerin Brie Turner-McGrievy hat in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass Twittern beim Abnehmen hilft. Das Konzept herkömmlicher Abnehmgruppen, die sich einmal wöchentlich zum Erfahrungsaustausch treffen und sich so gegenseitig unterstützen, wurde von den Wissenschaftlern auf die virtuelle Welt übertragen. Durch regelmäßigen, täglichen Informationsaustausch der Teilnehmer über Twitter während der Zeit des Abnehmprogramms konnte laut Turner-McGrievy nachweislich mehr Gewicht reduziert werden.

Diät-Studie mit Twitter-Usern

In der Studie wurden 96 übergewichtige Städter ein halbes Jahr lang beim Abnehmen beobachtet. Über mobile Endgeräte wurden sie wöchentlich mit Informationen, etwa zum Ernährungsverhalten oder zur Bewegung versorgt und bekamen Zielvorgaben. Ein Teil der Probanden erhielt zusätzlich eine App zur Diät- und Bewegungskontrolle sowie eine Twitter App. Die Twitter-Gruppe tauschte sich nun täglich aus und wurde auch mit zwei Posts pro Tag durch einen Coach betreut und zur Kommunikation miteinander angeregt.

Social-Media
Social-Media kann eine wirksame Hilfe beim Abnehmen sein. (Bild: Arrow/Fotolia)

Das Twittern sollte der gegenseitigen Unterstützung dienen und es zeigte sich, dass die insgesamt 2.630 Posts der Probanden während der Studie überwiegend Ratschläge für die anderen Teilnehmer enthielten. Nach Auswertung der Studienergebnisse stellte sich heraus, dass Twitter-User wie auch Testpersonen ohne sozialen Austausch durchschnittlich 2,7 Prozent an Gewicht verloren hatten. Jeder Twitterer konnte nach 10 Postings einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 0,5 Prozent aufweisen.

Die Vision der Forscher

Der Studie geht es vor allem um den Zusammenhang zwischen gegenseitigem Austausch, der sozialen Unterstützung und dem Abnehmerfolg. Was bereits in herkömmlichen kollektiven Abnehmgruppen als Erfolgskonzept dient, möchten Brie Turner-McGrievy und ihr Team für noch größere Gruppen in die Tat umsetzen, deren Teilnehmer womöglich weit voneinander entfernt sind. Dennoch könnten sie sich dank der sozialen Medien erreichen, sich austauschen und stützen. Turner-McGrievy sieht darin nicht zuletzt eine Kostenersparnis und weniger Belastung für die Teilnehmer im Vergleich zu anderen Abnehmgruppen mit wöchentlichen Zusammenkünften.

Zurzeit arbeitet Turner zusammen mit einem Forscherteam der Informatikfakultät der University of South Carolina daran, ein effektives Abnehmprogramm für Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom via Facebook zu entwickeln.

Bewerte diesen Beitrag