Die unüberblickbare Anzahl

Ob die eigene Ernährung gänzlich ausgewogen ist, kann kaum jemand wirklich wissen. Zu viele Nährstoffe gibt es, auf die es zu achten gilt. Zusätzlich dazu benötigen Sportler eine größere Menge bestimmter Spurenelemente. Durch dieses Dickicht aus Zahlen und Vorgaben helfen Ernährungsstudien. Sie zeigen, was wo in welcher Menge enthalten ist und sind so wichtige Wegweiser für bewusst lebende Menschen.

Allerdings gibt es mittlerweile schon dermaßen viele Studien, dass die vermeintlichen Wegweiser selbst ein Dickicht darstellen – undurchschaubar für jeden Laien. Noch dazu scheinen sie sich gegenseitig der Lüge zu überführen.

Preisen die einen Schokolade als Dickmacher, loben andere dieselbe wegen ihrer Antioxidantien. Erheben die einen die Fünf-Mal-Obst-und-Gemüse-Regel in den Olymp, verweisen andere auf Jedem-was-ihm-bekommt. Bio, Fleisch, Süßes – die Liste könnte ewig weitergeführt werden.

Die Unmöglichkeit, alle Studien einzuhalten

Kein Mensch kann sich tatsächlich an all diese Vorgaben halten. Am Ende blieben eine Handvoll Lebensmittel, die ausschließlich in bestimmter Zubereitungsweise und Darreichungsform verzehrt werden dürften. Fatal ist dieses System für gutgläubige Ernährungsbewusste, die sich wirklich Mühe geben – und ihrer Gesundheit damit am Ende nur schaden.

Ernährungswissenschaft
Die Ernährungswissenschaft ist ein weites Feld (Bild: Schlierner – Fotolia)

Denn hinter einer Vielzahl von Studien stecken Branchen und Institute, die mit Studienergebnissen zu überzeugen wissen, ohne die wissenschaftliche Bestätigung leisten zu müssen. Wenn etwa ein Lebensmittel auf eine bestimmte Leistung hin erforscht werden soll, werden zu wenige Teilnehmer (oft nur 100 Probanden) zu einseitig untersucht. Ist ein bestimmtes Ergebnis vor Ende der eigentlichen Studie bemerkbar, wird mitunter das Ende einfach vorgezogen.

Beispielsweise galt Kaffee jahrelang als ungesund, weil stets oberflächlich auf die Probanden geschaut wurde. Menschen, die viel Kaffee trinken, leben allgemein ungesünder, da sie mehr Fleisch essen und oft auch rauchen. Die schlechten Ergebnisse der Probanden wurden schlicht auf das Getränk übertragen. Im Detail haben diese allerdings wenig mit dem eigentlich gesunden Kaffee gemein.

Wert legen auf die Herkunft

Wer sich also belastbar auf Studien verlassen will, sollte sich nicht nur nach Ergebnissen umsehen, sondern auch nach der Herkunft und dem Vorgang des Tests. Täglich in Medien veröffentlichte Meinungsanregungen haben zwar im Kern oft den Hauch einer Wahrheit – aber restlos zu glauben oder danach zu leben, sollte besser vermieden werden.

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