Inhaltsstoffe von Energydrinks

Die Zutatenliste von Energy-Drinks enthält exotisch anmutende Substanzen wie Taurin, Glucuronolacton und Inosit. Entgegen aller Behauptungen wird Taurin nicht mehr aus Stierhoden gewonnen, auch wenn der Name auf die Entdeckung des Stoffes dort zurückzuführen ist. Als Aminosäure kann Taurin selbst vom menschlichen Körper gebildet werden oder durch die Nahrung aufgenommen werden. Glucuronolacton wird im Körper aus Glukose gebildet, während Inosit ein Zuckeralkohol ist. Anders als in der Herstellerwerbung versprochen konnte bisher bei keinem dieser Stoffe eine antriebssteigernde Wirkung nachgewiesen werden. Wachmacher und Energielieferant im Energydrink sind deshalb schlichtweg Zucker und Koffein.

Eisgekühlter Energydrink
Energydrinks verdanken ihre antriebssteigernde Wirkung Zucker und Koffein.

Reichlich Zucker und Koffein

Energydrinks können bis zu 140 Gramm Zucker pro Liter enthalten und sind somit regelrechte Kalorienbomben. Daher bieten einige Hersteller mittlerweile auch zuckerfreie Varianten mit Süßstoffen an. Ein weitaus höheres Gesundheitsrisiko stellt der hohe Koffeingehalt der Getränke dar. Nach der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränke-verordnung sind 320 Milligramm Koffein pro Liter bei Energydrinks erlaubt. 250 Milliliter eines solchen Getränks können also bis zu 80 Gramm Koffein enthalten, während die gleiche Menge Filterkaffee etwa die Hälfte davon aufweist. Der Effekt ist bekannt: Koffein wirkt stimulierend auf das Zentralnervensystem und erhöht so nicht nur die Aufmerksamkeit und Denkleistung, sondern in höheren Dosen auch die Pumpleistung des Herzens und den Blutdruck.

Wissenswertes über Koffein:

  • Koffein ist nicht nur der Hauptwirkstoff in der Kaffeebohne, mehr als 60 andere Pflanzen enthalten ebenfalls diese Substanz, z.B. Tee
  • der Verzicht auf Koffein nach regelmäßigem Genuss kann Entzugserscheinungen hervorrufen
  • da Koffein bei Kopfschmerzen helfen kann, wird es in Kombination z.B. mit Paracetamol in Arzneimitteln verwendet
  • auch Kakao und Scholade enthalten geringe Mengen Koffein
  • Koffein gilt nicht nur als stimulierendes Genussmittel, bis Anfang 2004 war es als Dopingmittel beim Olympischen Komitee verzeichnet
zweiSportler
Nach dem Sport sollte man lieber zu anderen Getränken greifen. (Bild: Maridav – Fotolia)

Risiken für die Gesundheit

Zahlreiche Studien beschäftigten sich bereits mit der Wirkung auf den Körper, besonders bei Sport oder in Verbindung mit Alkohol. Ergebnis: Energydrinks sind aufgrund des hohen Zuckergehaltes nicht als Sportgetränke geeignet und vor dem Verzehr mit Alkohol wird grundsätzlich abgeraten. Da Energydrinks verhältnismäßig viel Koffein enthalten, ist die Gefahr einer Überdosierung hoch.

Im Übermaß genossen kann Koffein zu Unruhe, Nervosität und Übelkeit oder sogar zu Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen führen. Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Herzproblemen sollten daher komplett auf Energydrinks verzichten. Besonders die sogenannten „Energy Shots“ einiger Anbieter stehen im Fokus des Bundesinstituts für Risikobewertung. Da diese Getränke als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden, dürfen sie ein Vielfaches mehr an Koffein enthalten – und das, obwohl die Portion viel kleiner ist als eine herkömmliche Getränkedose. Empfohlen wird daher, maximal eine Dose am Tag zu trinken.

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