Das Prinzip von Detoxing

Detoxing beruht auf dem Prinzip des Verzichts und der Entgiftung und ist bereits seit Jahrzehnten unter dem Begriff des Heilfastens bekannt. Beim modernen Detoxing gibt es verschiedene Methoden und Varianten, die dem Körper helfen sollen, Gifte auszuschwemmen und abzubauen. Angefangen bei der Darmspülung und dem ausschließlichen Verzehr von Flüssigkeiten bis hin zu sanften Varianten, die aus Massage, Sauna, Yoga und dem Verzicht auf Fast Food oder Alkohol bestehen.

Brennnesseltee
Ungesüßte Tees unterstützen das Ausscheiden angeblich giftiger Stoffe. (Bild: Heike Rau – Fotolia.com)

Zusätzlich zu diesen Methoden bietet der Handel zahlreiche Produkte, die die Entgiftung unterstützen sollen und explizit als Detox-Produkte mit entsprechendem Preis beworben werden. Dabei handelt es sich nicht allein um Lebensmittel, sondern auch um Shampoos oder Cremes. In einer umfassenden Studie wurden einige dieser Detox-Produkte getestet und für unwirksam erklärt. Ein Kauf hilft also lediglich das Portemonnaie zu erleichtern, nicht aber den Körper.

Waage
Detoxing führt meist zu Gewichtsverlust, auch wenn es nicht vorrangig darauf abzielt.

Wissenschaftlich nicht bestätigt

Im Zusammenhang mit Detoxing wird auch gerne von Schlacken gesprochen, die sich durch Lebens- und Genussmittel im Körper ablagern und diesen schwächen. Mit einer Entgiftungskur sollen diese ausgeschwemmt werden. Einen Nachweis für solche krankmachenden Schlacken konnten Mediziner bisher nicht finden. Auch eine Entgiftung ist laut Experten nicht nötig, da diese im ausreichenden Maß Nieren, Galle und Leber übernehmen.

Das körpereigene Entgiftungssystem

  • Niere: scheidet Endprodukte des Stoffwechsels sowie Giftstoffe über die Harnproduktion aus, das menschliche Blut wird von den Nieren so rund 300-mal pro Tag komplett gefiltert
  • Galle: durch die Bildung der Gallenflüssigkeit wird Fett verdaut, außerdem scheidet sie Giftstoffe aus, die schwer wasserlöslich sind
  • Leber: zuständig für die erste “Verstoffwechslung”, baut über die sogenannte Biotransformation Giftstoffe ab

Stress und ungesunde Ernährung

Was wirklich dazu führt, dass man sich zunächst schlapp und nach dem Detoxing besser fühlt, ist die Änderung der Lebensweise. Nahrungsmittel werden bewusster wahrgenommen und verzehrt, die empfohlene Tagesration von drei Litern Flüssigkeit durch Wasser oder ungesüßte Tees eingehalten, lästige Gewohnheiten wie Rauchen oder Alkohol abgelegt und Entspannung in Sauna, Massage oder Yoga gesucht. Doch nur wer dauerhaft seine Lebensweise ändert, kann auch langfristig von den Erfolgen profitieren. Gelegentliches Detoxing dagegen bringt fast nichts, schadet aber auch nicht.

Auch diese Methode zeigt, dass einzig Stressreduktion, ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung zu Wohlbefinden und einem gesunden Körper führen. Die Spuren jahrelangen Rauchens und Alkoholkonsums kann aber auch Detoxing nicht tilgen.