Keine Gnade für den eigenen Körper

Die ersten zehn Minuten beginnen wie bei vielen anderen Kursen auch. Die Teilnehmer wärmen sich auf, dehnen ihren Körper ein wenig und bereiten sich auf das Training vor. Aber mit einem Mal startet die sportliche Qual. Der Trainer beginnt die Crossfit-Einheit und von jetzt an gibt es keine Gnade mehr. Im Minutentakt ändern sich die Übungen. Die Sportler müssen von Liegestützen zu Klimmzügen wechseln und im Anschluss Hanteltraining vollführen. Das Ganze findet ohne Pause statt. Schnell beginnt jeder Muskel im Körper zu brennen.

Genau das ist auch das Konzept der Trendsportart. Die Teilnehmer sollen sich eine Stunde lang richtig auspowern. Deshalb ist das Training besonders für Personen geeignet, die während der Woche nicht viel Zeit für ein ausgiebiges Workout haben. Wer zweimal in der Woche bei einer Crossfit-Einheit dabei ist, trainiert seinen Körper genug, um sich viele Stunden im Fitnessstudio zu sparen. In Amerika ist die Sportart mittlerweile zum Trend geworden. Wöchentlich eröffnen neue „Crossfit-Boxes“, wie man die Studios bezeichnet.

Klimmzug
Klimmzüge sind nur ein Aspekt des modernen Zirkeltrainings. (Bild: dacasdo/Fotolia)

Ganzkörper-Workout in 60 Minuten

Initiiert wurde das Zirkeltraining von dem Sportartikel-Hersteller Reebok, der sich mit der Crossfit Kampagne auf seine Fitness-Wurzeln besinnen wollen. Das Motto lautet „Thrive, Not Survive“ (Erblühen, nicht überleben) und beschreibt das Training relativ genau. Der Körper soll zur Höchstleistung in allen Kategorien getrimmt werden. Sei es Kraft, Koordination, Schnellkraft oder einfach das Körpergefühl, jeder Fitnessaspekt wird in das einstündige Training gepackt. Das bedingt aber auch, dass sich das Workout nicht für jeden eignet.

Crossfit richtet sich an Personen, die sich bereits als fit bezeichnen. Kein untrainierter Teilnehmer würde das Zirkeltraining ohne körperliche Vorbereitung überstehen. Doch wenn man sich auf die Qual einlässt, belohnt einen der eigene Körper mit Schmerzen – aber auch der Ausschüttung von Glücksgefühlen. Man ist stolz, dass man den Drill überstanden hat.

Nicht nur durch die aufkommenden Schmerzen merken die Teilnehmer, was sie gerade geschafft haben. Die Sportkleidung ist durchnässt, der Schweiß rinnt in Strömen von der Stirn und der Körper zittert. Eine Stunde, Dutzende Übungen und Hunderte Wiederholungen. Crossfit ist das Zirkeltraining von heute. Turnvater Jahn hätte an dem Trend aus Amerika sicher seine helle Freude gehabt.

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