Sie haben kurze, heftige Drehschwindelattacken beim Hinlegen oder bei der Aufrichtung?

Dann könnte der Grund dafür ein gutartiger Lagerungsschwindel sein.

Für Betroffene ist dieser meist eine extrem unangenehme Erfahrung. Ohne voriger Anzeichen herrscht plötzlich absolutes Chaos.

Ein Drehschwindel, häufig von Erbrechen und Schweißausbrüchen begleitet, macht dabei bestimmte Kopfbewegungen und Lagewechsel zur Tortur.

Die Ursache: Kristalle im Gleichgewichtsorgan

Der gutartige Lagerungsschwindel hat seine Ursache im Gleichgewichtsorgan, genauer in den Bogengängen, welche sich im Innenohr befinden.

Der Schwindel kann plötzlich und ohne Vorwarnungen auftreten.

Dort kann es beim Ablösen von Kalziumkarbonatkristallen (Otolithen) zu Fehlinformationen kommen, da sich die Kristalle bei Bewegungen anders verhalten als die ebenfalls in den Bogengängen lagernde Flüssigkeit, welche eigentlich diese Bewegungsinformation verursacht.

Diese Fehlinformationen verursachen ein falsches “Bild” der tatsächlich stattfindenden Bewegung und in Folge davon, empfinden Betroffene starken Schwindel beim Umlagern oder bei bewegungen des Kopfes.

Nach maximal einer Minute, wenn die Kristalle sich nicht mehr weiter bewegen, beruhigt sich der Schwindel wieder.

Die Therapie, Lagerungsmanöver und Gleichgewichtsübungen

Die Therapie des gutartigen Lagerungsschwindels besteht aus speziellen Bewegungsabfolgen für den Kopf, den Lagerungsmanövern, und einem anschließenden Training des Gleichgewichtsorgans, der vestibulären Reha.

Durch die Lagerungsmanöver werden die irritierenden Kristalle aus dem betroffenen Bogengang ausgeschwemmt, so dass diese dort nicht mehr zu Irritationen führen können.

Um langfristig möglichst gute Ergebnisse zu erzielen, sollte anschließend eine vestibuläre Reha absolviert werden.

Diese umfasst spezielle Gleichgewichtsübungen, welche ein optimales Zusammenarbeiten der Gleichgewichtssysteme trainieren.  

Die Lagerungsmanöver sollten von einem Spezialisten durchgeführt werden. In der Regel ist das der Hals-Nasen-Ohrenarzt, der Neurologe, speziell ausgebildete Physiotherapeuten oder Allgemeinmediziner, welche sich mit dem Krankheitsbild auseinandergesetzt haben.

Werden diese korrekt ausgeführt, ist der Patient danach im Optimalfall schwindelfrei.

Bei Schwindel hilft der Gang zum Spezialisten, z.b. zum Physiotherapeuten.

Die vestibuläre Reha findet im Anschluss über wenige Wochen statt und wird meist von einem Physiotherapeuten begleitet.  

Auch ohne einer Therapie verliert sich der Lagerungsschwindel in der Regel innerhalb weniger Wochen von alleine.

Die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs, einer erneuten Krankheitsepisode, ist dadurch allerdings deutlich höher als bei der Therapie mittels Lagerungsmanöver.

Wer ist Betroffen?

Der gutartige Lagerungsschwindel ist die häufigste Schwindelform und kann jeden betreffen.

Allerdings tritt er häufiger bei älteren Menschen, nach Kopf- und Nackenverletzungen und bei Menschen mit Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans ( M.Meniere, Neuritis vestibularis) auf.

In Folge eines Lagerungsschwindels ist das Risiko einer weiteren Episode grundsätzlich erhöht.

Was Du nun tun kannst:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der gutartige Lagerungsschwindel trotz seiner heftigen Attacken eine relativ einfach zu behandelnde Erkrankung ist.

Wer schnell beim Spezialisten landet, kann in kurzer Zeit schwindelfrei sein! Im Internet findest Du leicht den passenden Arzt in deiner Umgebung. Wir empfehlen meist Seiten wie Jameda oder Weisse Liste.

Aus einem anderen, schwindelfreien, Blickwinkel betrachtet, bietet der gutartige Lagerungsschwindel eine hoffentlich einmalige Erfahrung, wie sensibel und akkurat unser Gleichgewichtsorgan arbeitet und wie groß dessen Anteil an unserem täglichen Befinden und Empfinden eigentlich ist.

Falls ich dir bei speziellen Fragen zum Lagerungsschwindel helfen kann lass mich das gerne in den Kommentaren wissen.

Dein Julian

Alles was Du über Lagerungsschwindel wissen musst – und was dagegen hilft
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